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Bismarck - Gedächtnis - Kirche heißt die Aumühler Kirche. Ein ungewöhnlicher Name. Kann ein Politiker, auch wenn er eine entscheidende Figur der deutschen und europäischen Geschichte war, Namenspatron einer Kirche sein? 1928, als der Grundstein dieser Kirche gelegt wurde, schrieb man in die Urkunde, die eingemauert wurde, von der "zuversichtlichen Hoffnung, dass der Glaube, der Bismarck einst zu Großem befähigte, unserem Volk nicht verloren gehen wird". Seither ist viel geschehen in der deutschen Geschichte. Grund und Boden, auf denen die Kirche steht, gehören bis heute der Familie Bismarck. Friedrichsruh ist nah! Bismarcks Wappen und Wappenspruch sind an sichtbarer Stelle in der Kirche zu sehen. Von diesem Wappenspruch her versteht sich auch der Name der Kirche: In trinitate robur - In der Dreieinigkeit liegt die Kraft. die Kraft, von der wir leben, liegt nicht im Glauben von Menschen, sie geht nicht von der Politik aus - das ist alles ambivalent. Sie geht aus von dem dreieinigen Gott: "Ein feste Burg ist unser Gott". Er will uns hier begegnen. Für Ihn, zu seinem Gedächtnis, ist diese Kirche gebaut. Trotzdem: Bismarck - Gedächtnis - Kirche. Wo wir das Gedächtnis Gottes feiern, wo wir an ihn denken und er an uns, da soll nicht vergessen werden, nicht die politische Geschichte, nicht die Geschichte der christlichen Kirche, nicht die Geschichte der Aumühler Gemeinde. Ohne Erinnerung, ohne Gedächtnis halten wir der Wirklichkeit nicht stand. Aber zuletzt erlöst uns nicht die Erinnerung an menschliche Geschichte ( das war ja in den Augen Luthers der entscheidende Ansatz für die Reformation der Kirche). So hat es Bismarck selbst gesehen. 1859 schreib er: "Ich sehe sehr trübe in die Zukunft. Aber Gott, der die Welt halten und auch zerschlagen kann, weiß, warum es alles so sein muss. Nach dreißig Jahren, vielleicht früher, wird es uns eine geringe Sorge sein, wie es um Preußen und Österreich steht, wenn nur Gottes Erbarmen und Christi Verdienst unseren Seelen bleibt" (zitiert nach der Abschiedspredigt von Pastor Dr. Ehrenforth 1962). In dem Auftrag Jesu zur Feier des Abendmahls heißt es: "Solches tut zu meinem Gedächtnis". In jeder Eucharistie werden diese Worte wiederholt. In dieser Erinnerung liegt das Geheimnis der Erlösung. Jesus Christus ist da, wenn wir Gottesdienst feiern. Er denkt an uns, nicht nur wir an ihn: Und deshalb brauchen wir nicht zu verdrängen und zu vergessen. Zu seinem Gedächtnis versammeln wir uns in dieser Kirche. Seinen Tod verkünden wir und seine Auferstehung preisen wir, bis er kommt in Herrlichkeit. |
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Pastor Georg Laitenberger
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